Die sieben Kunststationen
Das dezentrale Kunstprojekt
Das Kulturland Brandenburg 2005
Veranstalter und Förderer
Fotogalerie
Das Land Brandenburg erinnert im Jahr 2005 an seine über tausendjährige vom Christentum geprägte Geschichte. Dieses Vorhaben vergegenwärtigt das Werden einer Kultur, die bis in unsere Gegenwart hinein die Lebensverhältnisse und das Dasein der Menschen auf vielfältige Weise mitgestaltet. Bildung, soziale Sensibilität und Kunst gehören zu den Fundamenten der christlichen Kultur.

In dieser Kultur sind Kirchengebäude wichtige Identifikationspunkte für den Glauben und die Beheimatung der Menschen. In unserer Zeit werden Kirchen verstärkt wieder zu Orten, an denen Menschen den Wurzeln ihrer eigenen Kultur und Geschichte und damit auch ihrer eigenen Identität begegnen. Wo sich Zeugnisse der Überlieferung mit Ausdrucksformen der Gegenwart verbinden, können sich überraschende Erlebnisräume für heutige Menschen erschließen.

In diese Richtung weist das Ausstellungsprojekt »Interventionen«. Kunstwerke von internationalem Rang, die wir bisher nur aus Museen oder Galerien kannten, und solche, die speziell für diese Ausstellung geschaffen wurden, treten in einen Dialog mit der Stein gewordenen Tradition des Christentums in Brandenburg. So entstehen neue, eigensinnige Raumerfahrungen und ungewöhnliche Möglichkeiten der Wahrnehmung. »Interventionen« erschließen Räume der Begegnung für Kunst, Kirche und Gesellschaft. Dieses Projekt mag in seiner Ausformung als ungewöhnlich erscheinen. Doch wo Ungewöhnliches sich Raum schafft, kann vielleicht auch Raum für jene erstaunte Verwunderung entstehen, von der sowohl die Kunst als auch der Glaube leben.

Bischof Dr. Wolfgang Huber
Ratsvorsitzender der Evangelischen
Kirche in Deutschland
INTERVENTIONEN
STADT-RAUM-KIRCHE

An sieben Kunststationen präsentieren die Kulturstiftung St. Matthäus, der Kunstdienst und die Guardini Stiftung e.V. im Rahmen des dezentralen Kunstprojektes »Interventionen. Stadt-Raum-Kirche« international renommierte zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler, die mit ihren Bildern, Skulpturen, Video- und Klanginstalla-tionen in historisch und religiös bedeutsamen Kirchenräumen Brandenburgs künstlerisch intervenieren.

Die Projekte sind zum einen durch eingeladene Künstlerinnen und Künstler bezogen auf die jeweiligen Orte entwickelt worden (Martin Assig, Zuzanna Janin, Rolf Julius, Clemens Weiss). Zum anderen sind Kunstwerke - die bereits in idealer Weise der Ausstellungsidee entsprechen (Joseph Beuys, Gary Hill, Alvin Lucier, Strawalde, Beate Terfloth) – in dafür besonders geeigneten Kirchenbauten aufgestellt. Diese historisch gewachsenen Architekturen eines christlichen Verkündigungswillens bilden damit temporär das Gehäuse für zeitgenössische Kunstwerke, die sich wesentlich dem Thema Spiritualität zuwenden. Als künstlerische Interventionen bleiben sie dabei das Fremde, das sich nicht affirmativ oder dekorativ verhält, sondern der Frage nachgeht, inwieweit Kunst auch heute in spirituelle Felder einzutreten vermag.

Auf diese Weise geraten Vergangenheit und Gegenwart, Kirche und Kunst, religiöse und säkulare Kultur unversehens auf gemeinsamen Boden. Kirchen werden erneut als kulturelle Wissensspeicher und Resonanzräume der Kunst wahrnehmbar.

Ein vielfältiges Begleitprogramm schreitet diese Räume mit Vorträgen, Kunstaktionen, Konzerten und Diskussionen aus und öffnet sie gleichzeitig für ihren weiteren geschichtlichen, gesellschaftlichen und religiösen Kontext. Hierbei wirken mit: Hanna Kuts, Tina Schwichtenberg, Wolf Leo, Viktor Dovhalyuk, Stephan J. Möller, Manfred Butzmann, Jürgen Henkys, Dr. Claus-Peter Haase, Johannes Stüttgen und andere.